In Tagen statt Monaten fertig mit seriellen Sanieren

Deutschland muss Millionen von Wohngebäuden energetisch sanieren, um die Klimaziele zu erreichen. Doch wer soll das machen? Das Personal ist knapp. Die Lösung für dieses Dilemma kommt aus der Industrie und heißt „Serielles Sanieren“. Warum das für Elektrofachbetriebe in Zukunft eine Chance ist und wie vorkonfektionierte Technik den Arbeitsalltag verändern könnte, erklären wir euch in diesem Blog.
Der klassische Ablauf bei der Altbausanierung gleicht oft einem handwerklichen Hindernislauf: Schlitze in harte Ziegelwände fräsen, meterweise Kabel ziehen und am Ende feststellen, dass der Platz im Zählerschrank doch nicht reicht. Das kostet viel Zeit.
Genau hier setzt das serielle Sanieren nach dem sogenannten Energiesprong-Prinzip an: Statt jedes Gebäude als individuelles Puzzlespiel zu betrachten, wird die Sanierung industrialisiert.
Was bedeutet das in der Praxis?
Beim seriellen Sanieren werden Bauteile wie Fassaden- und Dachelemente maßgenau und witterungsunabhängig in Werkshallen vorgefertigt. Auf der Baustelle müssen sie dann nur noch per Kran an das Gebäude montiert werden. Das spart viel Zeit und reduziert die Belastung für die Mieter auf ein Minimum.
Aber was hat das Elektrohandwerk mit neuen Fassaden zu tun?
Denn die neue Gebäudehülle ist oft nicht nur reine Dämmung, sondern ein hochtechnisiertes Element.
Plug-and-Play statt Staub und Schlitze
Für Elektrofachbetriebe bedeutet der Trend hin zur seriellen Sanierung ein völliges Umdenken auf der Baustelle. Weg von der aufwendigen Einzelinstallation, hin zur intelligenten Modulmontage. Die wichtigsten Hebel dabei sind:
Integrierte Technik in der Fassade: Leitungen für PV-Anlagen, Wärmepumpen oder dezentrale Lüftungssysteme werden direkt in die vorgefertigten Fassadenelemente integriert. Das bedeutet weniger Kernbohrungen und keine neuen Leitungstrassen quer durchs alte Treppenhaus.
Vorkonfektionierte Kabelsätze: Ähnlich wie in der Automobilindustrie kommen maßgeschneiderte Kabelbäume zum Einsatz. Diese sind bereits mit den passenden, verwechslungssicheren Steckverbindern versehen.
Fertig verdrahtete Verteiler: Zählerschränke und Unterverteilungen werden nicht mehr vor Ort bestückt und verdrahtet. Sie kommen anschlussfertig auf die Baustelle. Passend dazu haben wir eine Folge unserer Sonepar-Weiterhelfer-Show vorbereitet, einfach hier klicken
Energie-Module: Die gesamte Haustechnik (Wärmepumpe, Lüftung, Wechselrichter, Speicher) wird in einem kompakten, vorgefertigten Technik-Modul vor dem Haus oder auf dem Dach platziert. Der Anschluss ans Haus erfolgt per Plug-and-Play.
Die Vorteile
Rekordtempo auf der Baustelle: Die Installationszeit vor Ort sinkt drastisch. Dadurch könnt ihr mit derselben Mannschaft deutlich mehr Projekte in kürzerer Zeit abwickeln.
Weniger Fehlerquellen: Steckbare und codierte Verbindungen sowie geprüfte Verteiler minimieren das Risiko von Verdrahtungsfehlern.
Optimale Personalplanung: Hochqualifizierte Meister und Obermonteure können sich auf die Planung, die Endabnahme und Inbetriebnahme (Zählerwesen, Smart-Meter-Gateway) konzentrieren.
Planungssicherheit: Industriell gefertigte Komponenten haben feste Lieferzeiten und exakt kalkulierbare Montagezeiten. Das Ende der unvorhersehbaren Altbau-Überraschungen!
Fazit
Der Markt für serielle Sanierungen steht in Deutschland erst am Anfang, nimmt aber durch staatliche Förderungen gerade an Fahrt auf. Wohnungsbaugesellschaften suchen händeringend nach Partnern, die diese Großprojekte wuppen können.
Für Elektrofachbetriebe heißt das, wer sich jetzt mit steckbarer Gebäudeinstallation, vorgefertigten Modulen und dem gewerkeübergreifenden Zusammenspiel (HEMS, PV, Wärme) vertraut macht, sichert sich einen Wettbewerbsvorteil.






Schreiben Sie einen Kommentar