25. Februar 2022

Ambient Assisted Living – SmartHome für Ältere und Menschen mit Handycap

Ambient Assisted Living (ALL) könnte man mit „umgebung-unterstützendes Wohnen“ übersetzen oder auch „Altersgerechte Assistenzsysteme“. Es handelt sich hier um Produkte und Dienstleistungen, die es gerade älteren und hilfsbedürftigen Menschen ermöglichen, möglichst lange und unabhängig in den eigenen vier Wänden zu leben.

Solche Systeme bedeuten nicht totale Überwachung und sollen auch nicht den Umgang mit Menschen ersetzen. Sie sollen ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben unterstützen und zur sozialen Integration beitragen. Gerade die ist für ältere Menschen wichtig. ALL soll zudem für mehr Sicherheit sorgen, auch bei Dienstleistungen im Rahmen der häuslichen Betreuung, etwa durch einen Pflegedienst.

Ambient Assisted Living ist nicht neu, gewinnt aber an Bedeutung. Mit dem Älterwerden der Bevölkerung wird AAL in Zukunft sicher ein zusätzlicher Geschäftszweig für die Elektrobranche werden. Viele Projekte, Produkte und Dienstleistungen werden staatlich gefördert. Der KfW unterstützt z.B den Abbau von Barrieren, mehr Wohnkomfort oder besseren Einbruchschutz. Weitere Informationen zu Förderprogrammen gibt es auch im Sonepar Förder-Navigator.

Warum SmartHome für Senioren

Mancher verbindet mit SmartHome immer noch bequemlichkeitsfördernde, aber eigentlich nicht lebensnotwendige Spielerei für Technikverliebte. Dabei werden knallharte Vorteile wie mehr Energieeffizienz und vor allem mehr Sicherheit ausgeblendet. Mehr Sicherheit schließt hier ausdrücklich die pflegerischen Bedarfe älterer Menschen oder Menschen mit Handycap und die Vernetzung häuslicher Sicherheitssysteme mit Pflegediensten ein.
Hier setzt Ambient Assisted Living an. Es werden die gleichen Technologien genutzt, die im Haushalt Mechanismen und Abläufe steuern und überwachen. AAL kann bei steigendem Bedarf an Orientierungs-, Unterstützungs- und Hilfsangeboten für ältere Menschen einspringen. Idealerweise sind sie einfach zu bedienen und diskret in den Alltag integriert. Das Ziel von Ambient Assisted Living ist es, Menschen in ihrem Alltag zu unterstützen. Es geht aber auch um die Sicherheit der Bewohner, das Melden von Problemen und das automatische Hilfe holen.

Altersgerecht, selbstbestimmt und selbstständig

Je nach persönlicher Grundvoraussetzung und gewählter AAL-Lösung ist eine weitgehende Eigenständigkeit bis ins hohe Alter möglich.
Es gibt inzwischen sehr viele Geräte für Nutzer, die intuitiv bedienbar sind. Teilweise ist nicht einmal ein Neukauf nötig, viele existierende Geräte können nachgerüstet werden. Einfache Bedienung ist besonders für Ältere oder Menschen mit Handycap sehr wichtig. Senioren Smartphones können der erste Schritt sein, aber es gibt auch viele Systeme, die unauffällig in das Zuhause integriert werden können.

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Anwendung im Alltag

Anwendungsmöglichkeiten von Ambient Assisted Living gibt es viele. Einige gibt es schon seit Jahren, sie müssen nur mit einem SmartHome System verbunden werden, andere sind neu oder noch in der Entwicklung:

  • Mit smarten Lautsprechern können Geräte gesteuert werden, ohne eine Fernbedienung suchen zu müssen und sie können sofort Hilfe holen.
  • Ein automatischer Türöffner erleichtert das Nachhause kommen oder erspart das Aufstehen. Per Fingerprint oder App kommt jeder rein, der im System hinterlegt ist oder es öffnet sich mit einem Transponder die Tür schon, sobald man sich ihr nähert. Digitale Schließsysteme erleichtern auch den Zugang für Pflegepersonal, so dass bei Bedarf oder im Notfall die Tür einfach per Klick im System geöffnet werden kann.
  • Mehr Sicherheit geben auch Kameras: Vor der Haustür um zu sehen, wer da ist. Oder im Haus zur Überwachung.
  • Smarte Rauch-, Gas- und Einbruchsmelder informieren nicht nur den Bewohner, sondern auch zusätzlich externe Dienstleister, Nachbarn oder Angehörige.
  • Bewegungsmelder warnen nicht nur vor Einbrechern, sie können auch das Licht oder den Fernseher einschalten und simulieren, dass noch jemand wach ist und so Einbrecher abschrecken.
  • Saug- und Mähroboter helfen im Haushalt
  • Medizinische Fernbetreuung und Fernüberwachung kann einfach eingeschaltet werden, wenn diese persönlich nicht möglich ist
  • Stürze können über Sensoren im Boden oder in Schuhen erkannt werden und einen Alarm auslösen. Gerade Sturzerkennungssysteme im Bad sind sinnvoll, dort passieren bekanntlich viele Unfälle im Alter. Auch 3D-Sensoren, die Umrisse erfassen, können hier installiert werden.
  • Sämtliche Haustechnik und Haushaltsgeräte können zentral über eine Fernbedienung, Tablet und per Sprachsteuerung bedient werden. Z.B. elektrische Rollläden, die Heizung, das Licht, TV, Telefon oder die Musikanlage. Und sogar die eingeschaltete Herdplatte wird gemeldet.
  • Das automatische Einschalten von Licht kann für mehr Sicherheit sorgen, gerade nachts.
  • Mit Videocalls können Familienangehörige schnell verbunden werden, um im Notfall sofort Hilfe zu holen.
  • Per App oder Sprachbefehl können Einkäufe oder Medikamente organisiert oder ein Arzt gerufen werden.
  • Mehr Kommunikation mit der Außenwelt über Internetportale und Videocalls

Und vieles mehr!

Fazit: Das Potential ist riesig! Sprechen Sie ältere Kunden auf die Möglichkeiten von Smart Home zur Alltagserleichterung an. Oder Jüngere, von denen Sie wissen, dass sie ältere Familienangehörige mit entsprechendem Bedarf haben könnten. Es lohnt sich!

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