6. Januar 2017

Auf kleinem Raum mit großer Wirkung: Tiny Houses – das Wohnen der Zukunft

Kategorie: Innovation

Dass im Silicon Valley Innovationen geboren werden, kennen wir ja schon. Dass es nun auch die Immobilienbranche betrifft, ist aber neu. Studenten der Santa Clara University, die im Silicon Valley zu Hause ist, haben im vergangenen Jahr an der Tiny House Competition in Kalifornien teilgenommen und mit ihrem rEvolve Haus gewonnen. Ihr Minihaus erhält seine Energie aus der Sonne. Doch nicht nur das: es dreht sich auch zur seiner Energiequelle hin.

 

Warum Tiny Houses?

In den USA sind Familienhäuser im Schnitt circa 250 Quadratmeter groß, im Jahre 1978 lag der Schnitt noch bei etwa 165 Quadratmeter. Häuser werden immer größer, obwohl die Familien kleiner werden. Woher kommt also das Tiny House Movement? Nicht nur Familien träumen von ihren eigenen vier Wänden. Auch Singlehaushalte möchten ihr eigenes Dach über dem Kopf. In Deutschland sind 41 Prozent aller Haushalte Einpersonenhaushalte. Das Bedürfnis nach Eigentum wächst auch bei ihnen. Erschwingliche Wohnräume werden vor allem für Studenten zu einer Rarität. Deshalb besteht in der Immobilienbranche schon seit einigen Jahren der Trend zu alternativen Wohnmöglichkeiten.

Das Tiny House Movement ist bereits seit etwa zehn Jahren bekannt. Die kleinen Häuser, die im Schnitt 35-45 Quadratmeter groß und wahre Platzwunder sind, werden vor allem bei jungen Leuten immer beliebter. Eine Ursache liegt in der Finanzkrise 2007. Der Kauf von Immobilien und die Aufnahme von Immobilienkrediten wurde ab dieser Krise weitaus kritischer betrachtet und mit sehr viel mehr Risiko verbunden. Die Tiny Houses sind eine günstige Alternative. So ist es möglich für wenig Geld, ein eigenes Haus zu besitzen. Auch der Trend zum Minimalismus spielt mit ein. Junge Menschen sind häufiger dazu bereit, auf viel Luxus und materielle Besitztümer zu verzichten. Ökologische Gründe spielen ebenso eine Rolle. Die Minihäuser werden größtenteils aus nachhaltigen Materialen gebaut. Außerdem verbrauchen sie sehr viel weniger Energie als ihre großen Brüder.

 

Was kann das Haus?

Dieser Trend war der Anlass für den Stromanbieter SMUD, den Wettbewerb auszurichten. Das rEvolve-Haus der Studenten konnte in verschiedenen Rubriken überzeugen.Das Haus ist 23 Quadratmeter groß. In dieser Fläche befinden sich eine vollausgestattete Küche, ein Sitzbereich, ein Tisch sowie ein vollfunktionsfähiges Badezimmer. Auch hier wurde auf Nachhaltigkeit geachtet: die Toilette ist eine „Dry Flush“-Toilette. So wird unnötiger Wasserverbrauch vermieden. Ein Murphy-Bett sorgt für eine platzsparende Schlafmöglichkeit. Structural Insulated Panels, also sogenannte Sandwichelemente, sorgen für energieeffiziente und stabile Wände. Doch das wirklich Besondere am rEvolve ist, dass das Häuschen auf einer drehbaren Plattform steht. Diese bewegt sich zur Sonne hin. So können die Solarzellen direkt von den Sonnenstrahlen getroffen werden und bestmöglich Sonnenenergie speichern.

Mit etwa 80 000 Dollar Kosten ist das kleine umweltfreundliche Haus eine echte Alternative zum überlaufenen Wohnungsmarkt.

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