24. Mai 2017

Eye Tracking trifft auf VR

VR-Brillen bieten eine Vielzahl an neuen Möglichkeiten, aber ihr volles Potential ist noch lange nicht ausgeschöpft. Im Zusammenspiel mit anderen Hardware-Komponenten lassen sich der Funktionsumfang und die Anwendungsgebiete noch deutlich erweitern. Eine Technologie, die in Verbindung mit VR dies ermöglichen soll, ist das Eye Tracking.

 

Wie es funktioniert und was als Einsatzmöglichkeit denkbar ist

Beim Eye Tracking handelt es sich um ein Messverfahren bei dem Infrarotkameras ins Headset verbaut werden, welche die Augenbewegungen erfassen sollen. Die gesammelten Daten, was der Nutzer mit seinen Augen fokussiert und wie lange er es tut, muss dabei möglichst genau erfasst und im nächsten Schritt auch möglichst schnell verarbeitet werden. Wird beides durch die entsprechende Hardware-Kombination gewährleistet, sind für die Verbindung von VR-Brille und Eye-Tracking einige sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten denkbar. Mit Eye Tracking könnte die Befehlseingabe statt mit Controller oder Gestensteuerung durch die Augen stattfinden. Die Verwendung entsprechender Interfaces, die das Navigieren durch ein Menü mittels Blickkontakt ermöglichen, wäre ein Anwendungsbeispiel. Auch könnte in einer virtuellen Umgebung, bspw. einem virtuellen Tutorial oder einem RRG mittels Blickkontakt die Kommunikation mit einem Avatar eingeleitet werden.

 

Was Eye Tracking sonst so ermöglichen könnte

Ein weiteres technisches Problem von VR-Brillen könnte ebenfalls über Eye-Tracking mittel- bis langfristig gelöst werden, und zwar das Problem der benötigten Rechenleistung. Je schärfer und detailreicher nämlich die Auflösung von VR-Brillen sein soll, desto rechenintensiver sind die Prozesse, die geleistet werden müssen, was eine enorme Herausforderung für die Hardware bedeutet. Ein Ansatz die Auflösung zu verbessern und dabei die benötigte Rechenleistung im Rahmen zu halten, ist die sogenannte Technik des Foveated Rendering. Der Begriff leitet sich von der Sehgrube (Fovea) ab und will sich zunutze machen, dass dieser Teil des menschlichen Sehapparates der ist, der mit Abstand die größte Schärfe wahrnimmt. Könnte mittels Eye Tracking der Blick bzw. der Fokus des Betrachters und die Position der Fovea möglichst genau bestimmt werden, müsste die zur Grunde liegende Hardware nur noch diesen betrachteten Bildteil in voller Auflösung berechnen und könnte bei den weiter außen liegenden Bereichen des Sehfeldes die Auflösung drosseln und so Rechenleistung einsparen, da hier nicht die volle Auflösung benötigt werden würde. So zumindest die Theorie. Die Umsetzbarkeit hängt natürlich davon ab, wie präzise das Eye Tracking funktioniert und wie schnell der Positionswechsel des Blickfokus erfasst werden kann.

Die nächste Generation von Virtual Reality Brillen wird mit Eye Tracking ausgestattet sein. Bislang ist nur das VR-Headset vom japanischen Hersteller Fove mit Eye Tracking ausgestattet, aber auch alle anderen großen Hersteller wie Oculus oder HTC sind mit Eifer dabei, diese Technologie in ausgereifter Form für ihre Next-Gen-Brillen nutzen zu können.

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