Google Pay: Googles App für bargeldloses Zahlen nun auch in Deutschland

Eine verfrühte Ankündigung auf einer Comdirect-Infoseite im Mai ließ aufhorchen, als dort einige Details zu „Google Pay Deutschland“ genannt wurden, doch kurze Zeit wurde die Seite wieder eingestampft. In den USA schon lange etabliert, wurde dem Bezahldienst Google Pay (ehemals Android Pay) ein Einsatz in Deutschland verwehrt. Sowohl Google als auch der große Konkurrent Apple machten bis dato mit ihren Bezahldiensten einen großen Bogen um Deutschland. Doch das war einmal. Waren die Hinweise auf einen bevorstehenden Release im Mai noch verfrüht, hat Google seinen Bezahldienst Ende Juni nun offiziell in Deutschland gelauncht.

 

Bargeldloses Bezahlen mit Google Pay

Somit ist Deutschland nun das 19. Land, bei dem das Zahlen per Google Pay möglich ist und Google spekuliert darauf, dass auch hierzulande das bargeldlose Zahlen per Smartphone die Nutzer wird von sich überzeugen können und somit des Deutschen liebstes Zahlungsmittel Bargeld eine Wachablösung erhält. Google Pay, mal ein Android-Smartphone mit Androidversion 4.4. (Kitkat) oder höher vorausgesetzt, soll die Kreditkarte ersetzen und das bequeme Zahlen per App ermöglichen. Neben Online-Einkäufen und Inn-App-Kauftransaktionen ist auch der kontaktlose Zahlvorgang an Ladenkassen per Google Pay möglich, da die meisten Kassen über die notwendige NFC-Technologie, verfügen und den EMV-Kontaktlos-Standard unterstützen. Dabei können Transaktionen bis 25 € ohne PIN- oder Fingerabdruckscan erfolgen und im Gegensatz zu anderen Android-Bezahlsystemen soll Google Pay auch im nicht entsperrten Modus funktionieren. Laut eigener Angabe erhebt Google keine Gebühren auf jeweilige Transaktionen, sondern stellt seinen Dienst kostenfrei zur Verfügung. Gemutmaßt womöglich um so das Betriebssystem Android noch attraktiver zu gestalten und Leute durch eine unkomplizierte Art der Zahlung zu mehr Käufen in seinen eigenen Dienstleistungen wie dem Google Play Store zu verleiten.

 

Bislang nur wenig Karten unterstützt

Für die Nutzung von Google Pay muss eine Kreditkarte in der App hinterlegt werden. Derzeit sind nur eine Handvoll Karten-Anbieter-Kombis nutzbar, aber in Kürze sollen weitere folgen. Wer direkt von Start weg mit Google Pay loslegen will, hat die Möglichkeit, eine Mastercard oder Visakarte von der Commerzbank, eine Visakarte von Comdirect oder eine Mastercard von N26 zu verwenden. Alternativ lässt sich auch der Umweg über die Bezahl-Apps Boon oder DiPocket gehen, welche beide mit Google Pay verbunden werden können. Girocards (im Volksmund EC-Karten genannt) lässt Google Pay nicht zu, da dieser Kartentyp die Nutzung von Tokens nicht unterstützt. Diese Sicherheitsfunktion bei der nicht die echten Kartendaten an das Bezahlterminal übergeben werden, sondern eine einmal verwendbare, Token genannte Zahlenkette genutzt wird, setzt Google aber strikt voraus.

Mit der Veröffentlichung von Google Pay in Deutschland hat Google nun die Nase vorn vor dem direkten Konkurrenten Apple, welcher ebenfalls ein eigenes Bezahlsystem anbietet, welches unter dem Namen Apple Pay firmiert und seit Herbst 2016 in einigen Ländern für iPhones und Apple Watches zur Verfügung steht. Nach und nach soll auch Apple Pay in Europa eingeführt werden, wobei ein Release in Deutschland bis dato in den Sternen stand. Das Vorpreschen Googles könnte nun aber auch hier dafür sorgen, dass Bewegung in die Sache kommt, denn es ist damit zu rechnen, das Apple alsbald nachziehen wird.


Kommentare

Nutzerkommentare:

Keine Kommentare vorhanden.