Koop mit Hochschule Niederrhein in 2018: Das Sonepar InnovationLab als Schirmherr

Jedes Jahr, um unter „realen“ Bedingungen Projektarbeit kennenzulernen, macht die Hochschule Niederrhein im Bereich Textil- und Bekleidungstechnik die Veranstaltung „Projekte“ zu einem verpflichtenden Teil des Studiums für alle Fünftsemestler der deutsch- und englischsprachigen Bachelor-Studiengänge: „Textil- und Bekleidungstechnik“, „Design-Ingenieur“ und „Textile and Clothing Management“ – selbstverständlich auch im Wintersemester 2017/18. Da wir mit der Hochschule Niederrhein kooperieren, waren wir vom Sonepar InnovationLab wieder mit an Bord und übernahmen die Schirmherrschaft für eine der teilnehmenden Projektgruppen.

Das Sonepar InnovationLab als Themensteller und Schirmherr

Insgesamt 29 Gruppen haben sich den spannenden Herausforderungen der verschiedenen Themensteller gestellt. So mussten die Gruppen, denen es ohne Zweifel nicht an Kreativität und gestalterischen Können mangelt, die organisatorischen Hürden der Projektarbeit meistern, wie belegte Arbeitsräume bzw. Labore, Multilingualität, ungewohnte Teamkonstellationen, eigenverantwortliches Arbeiten und das Hineinfuchsen in spannende, aber nichtsdestotrotz auch komplexe Themen. Eines dieser Projektgruppen war die Gruppe 8, für die wir vom Sonepar InnovationLab als Themensteller und Schirmherr fungierten. Im Wintersemester beginnend, hatte die Projektgruppe drei Monate Zeit das gestellte Thema in einem Projekt zu bearbeiten.

Das Projekt

Seit 2016 fahren wir mit unserem InnovationLab von Stadt zu Stadt und führen Besucher durch unseren Showtruck, wo wir ihnen die Möglichkeiten und das Potential aufzeigen, welches Digitalisierung, Web 3.0, Industrie 4.0 und Smart Home zu bieten haben. Dazu werden im Truck unterschiedliche technische Elemente eingesetzt, wie eine VR-Brille mit Inside-Out-Tracking, eine virtuelle Smart-Home-Umgebung, eine riesige Screenwall, mehrere Multitouch-Tables sowie eine Raumdecke, welche mit unzähligen LED-Lichtern ausgestattet ist. In diesem Zusammenhang schaute die Projektgruppe 8, welche Rolle Textilien spielen können, um im Kommunikations- und Erlebnisprozess von Besuchern mit dem Lab die Erfahrung noch persönlicher und emotionaler gestalten zu können, gerade weil moderne Technologie meist den Ruf von kalter, distanzierter Ausstrahlung hat.

Mit der LED-Decke als primäre Lichtquelle überlegte sich die Projektgruppe, wie mit Designs, Strukturen und Objekten das durch die LED-Decke erzeugte Licht auf möglichst interessante und ungewöhnliche Weise gebrochen oder manipuliert werden kann, so dass dadurch eine besondere Ästhetik oder Wirkung entsteht, die beim Besucher Staunen oder Wohlbehagen erzeugt und den Besuch des InnovationLabs zu einem nicht nur intellektuell, sondern auch emotional ansprechenden Erlebnis macht.

Das Vlies und das InnovationLab

Präsentation der Gruppe 8Nach den ersten Team-Meetings stand die Marschrichtung schnell fest. Die Aufgabe der Gruppe war es, ein textiles Produkt zu konzipieren, was als Abblende für die LED-Decke im Truck genutzt werden könnte und zugleich mit der ästhetischen und emotionalen Wirkung des Labs bzw. des dahintersteckenden Beleuchtungskonzeptes im Einklang stünde. Es entstand nach einer langen Konzeptions- und umfangreichen Testphase ein Prototyp eines Vliesstoffes, welcher vor die LED-Decke gespannt, den Innenraum des Sattelaufliegers deutlich größer wirken lassen soll. Da die Anforderungen an das Projekt aber eine ganzheitliche Planung voraussetzten, war es mit der Herstellung des Vlies-Prototypen allein nicht getan. Daher erstellte die Projektgruppe zugleich ein Marketingkonzept, führte eine Marktanalyse bezüglich der Einsatzgebiete durch, produzierte einen kleinen Werbefilm und entwickelte zudem ein Konzept für eine App.

Testen, Produzieren, Scheitern, erneut Testen

Bis zum fertigen Prototypen war es ein langer Weg: Es wurde produziert, beschichtet und getestet, was das Zeug hält. Verschiedene Vliesstoff-Prototypen wurden, dem Unternehmen Freudenberg Performance Materials sei Dank, produziert und anschließend in Bezug auf die Materialbeschaffenheit an der Hochschule unter Laborbedingungen getestet. Auch wurden verschiedene 3D-Strukturen produziert (zum Teil sogar durch Schweißen), um zu erforschen, wie die Wahl der Struktur die Brechung des Lichtes und damit die Raumwirkung beeinflussen würde. Die Gruppe entschied sich dafür ein textiles Produkt zu entwerfen, welches diffuses und warmes Licht erzeugt. Als Material griff man auf ein nicht-gewebtes Material zurück, da dies eine bei Bedarf kostengünstige Massenproduktion ermöglichen würde.

Nach erfolgter Recherche zog die Gruppe für die Fabrikation synthetische Fasern entweder aus Polypropylen oder Polyethylen in Betracht. Zahlreiche Tests bezüglich der Materialherstellung und –verarbeitung folgten und wurden begleitet von unvorhergesehenen Komplikationen und Fehlschlägen im Herstellungsprozess, aber letzten Endes ging es voran. In zahlreichen Labortests wurden die verschiedenen Polyester auf ihre Eigenschaften geprüft, beispielsweise in Sachen Lichtdurchlässigkeit und Feuchtigkeitsaufnahme.

Viele Hürden musste die Projektgruppe 8 nehmen und so manchen Fehlschlag verdauen, aber die Mühen waren nicht umsonst. Die Aufgabe, ein textiles Produkt zu entwerfen, was als Abblende für die LED-Decke im Truck genutzt werden könnte, wenn es denn in der entsprechenden Maßen produziert werden würde, hat die Gruppe unserer Meinung nach bravourös gemeistert. Mit dem konzipierten Vlies könnte die „Smart Home LED Erfahrung“ im Sonepar InnovationLab Besuchern emotionaler aufbereitet und so wahrscheinlich erlebbarer gemacht werden, da das Vlies den Raum deutlich größer und das erzeugte Licht wärmer und weicher wirken lassen würde und zugleich mit der ästhetischen und emotionalen Wirkung des Labs bzw. des dahintersteckenden Beleuchtungskonzeptes im Einklang stünde.Wir bedanken uns herzlichst bei der Projektgruppe 8 für ihren engagierten und kreativen Einsatz.

Projektgruppe 8


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