25. Januar 2018

Kryptowährungen: Bitcoin, Ethereum, IOTA und Co. machen Währung virtuell

Mit dem Höhenflug von Bitcoin in den letzten Wochen ist der Begriff Kryptowährungen in den Bereich der öffentlichen Aufmerksamkeit geraten und auch wenn nach dem Höhenflug mittlerweile der drastische Kursfall von Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum erfolgt ist, ist das Interesse nach wie vor riesengroß. Im folgenden Artikel widmen wir uns diesem Thema.

Was sind Kryptowährungen

Kryptowährungen sind in digitaler Form vorliegende Zahlungsmittel, die sich dadurch auszeichnen, dass sie eine dezentrale Datenverwaltung sowie durch kryptographische Hashs gesicherte Protokolle aufweisen. Während einige Kryptowährungen wie Bitcoin auf der Blockchain-Technologie basieren, nutzen andere Systeme andere Verschlüsselungsmethoden. Bei IOTA beispielsweise wird ein als Tangle bezeichnetes Software-Protokoll genutzt, was im Gegensatz zur Blockchain die parallele Verarbeitung mehrerer Transaktionen leisten können soll und somit Prozesse deutlich schneller durchführen kann. Wer mehr zum Unterschied zwischen Blockchain und Tangle lesen möchte, findet weitere Informationen auf der IOTA-Support-Seite.

Die alte Mutter Bitcoin und das Mining

Die Mutter aller Kryptowährungen dürfte Bitcoin sein, welche seit 2009 gehandelt wird und seitdem zahlreiche Nachahmer gefunden hat. In nicht einmal zehn Jahren ist die Zahl der verschiedenen Kryptowährungen mit 4.500 förmlich explodiert und nun buhlen neben Bitcoin andere Kryptowährungen wie IOTA, Ethereum, Litecoin etc. um die Gunst der Investitionswilligen, die eine lukrative Anlagemöglichkeit suchen. Bei Bitcoin laufen sämtliche Transaktionen und auch die Erschaffung der Bitcoins dezentral über das Rechnernetz aller Teilnehmer ab, und da hier unzählige Transaktionen stattfinden, die aufgezeichnet und verwaltet werden müssen, wird auch jede Menge Rechenleistung benötigt. Die Bestätigung und Verbuchung einer entsprechenden Transaktion innerhalb eines Blocks erfolgt nämlich durch einen privaten Nutzer, der seinen Rechner dem Netzwerk zur Verfügung stellt und eben nicht durch eine zentrale Instanz. Dementsprechend werden die Nutzer, die ihre Rechner bereitstellen im Gegenzug mit Bitcoins entlohnt: Dieser Vorgang, dem eine zentrale Rolle zukommt, wird als Mining bezeichnet.

Weitgehend sicher, aber nicht fehlerfrei

Frei von Kritik sind Kryptowährungen aber trotz riesiger Handelsumsätze keinesfalls. Zum einen handelt es sich um Software-basierte Systeme und es liegt in der Natur der Sache, dass eine gewisse Anfälligkeit für Fehler vorliegt. So waren bei Bitcoin in 2010 zeitweise aufgrund eines arithmetischen Überlaufs mehr als das 9-Fache des tatsächlichen Warenwertes an Bitcoins (BTC) im Umlauf gewesen. Auch ist es schon vorgekommen, dass in 2013 aufgrund einer Inkompatibilität mit einer neuen Softwareversion zeitweise zwei unterschiedliche Blockchains vorlagen, so dass es zu einer inkonsistenten Buchführung gekommen ist. Beide Sachverhalte konnten mit Software-Updates sehr schnell behoben werden, sind aber Indizien dafür, dass auch Kryptowährungen nicht vor Fehlern gefeit sind.

Ein weiterer Faktor, der nicht außer Acht gelassen werden darf, ist, dass die Verfügung über ein Kryptowährungsguthaben eigentlich nur über die Nutzung des privaten Schlüssels vorliegt und nicht an die Person gebunden ist. Kommt es aus welchen Gründen auch immer zu einem Datenverlust, ist das Guthaben im Regelfall verloren. Auch muss man sich als Nutzer bewusst sein, dass Kryptowährungen keinen intrinsischen Wert besitzen, d.h. die Nutzung und der Wert hängen maßgeblich davon ab, welchen Wert alle Beteiligten dieser beimessen und wie umfangreich die Möglichkeit der Nutzung einer Kryptowährung als Zahlungsmittel überhaupt ist: Ein gesetzlich anerkanntes Zahlungsmittel stellt in Deutschland keine der Kryptowährungen dar.

Als Zahlungsmittel erfreuen sich Kryptowährungen gerade bei Transkationen im Netz großer Beliebtheit, da sie ein sehr großes Maß an Anonymität bieten und für den Zahlungsverkehr keine Zentral- oder Mittlerinstanzen wie Banken benötigt werden. Wie weit sich Kryptowährungen aber weiter etablieren werden und ob sie auch als legitimes, gesetzlich anerkanntes Zahlungsmittel positionieren werden können, werden die kommenden zwei bis drei Jahre zeigen. Das Potential dafür hätten sie allemal.

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