Smart Home: Wenn die Kaffeemaschine mitdenkt

Während vor einer Weile noch intelligente Kühlschränke und Co. nach Zukunftsmusik klangen, verlieren sie zunehmend ihren Exotenstatus. Günstige Preise und unkomplizierte Bedienung à la Alexa machen es möglich. So finden auch Menschen Zugang zum Thema Smart Home, die bisher wenig Berührungspunkte damit hatten.

Ein zusätzlicher Faktor, warum immer mehr Hersteller herkömmlicher – um nicht zu sagen „dummer“ – Geräte in diesem Bereich Produkte entwickeln, ist der Wunsch nach Bequemlichkeit bzw. Convenience. Viele Menschen ziehen nach einem langen Arbeitstag nämlich nicht nur vor, lieber eine Tiefkühlpizza in den Ofen zu schieben als zu kochen. Am liebsten hätten sie es, wenn sie dem Ofen einfach per Handy-App mitteilen könnten, dass sie jetzt auf dem Weg nach Hause sind und er anfangen soll die Pizza heiß zu machen.

Nicht zu vergessen sind aber auch die Möglichkeiten, die diese Geräte für ältere Menschen bieten. Zum Beispiel wenn es schwer fällt zu gehen oder das Sehen schwer fällt, erleichtern Geräte, die sich individuell anpassen und viele Schritte automatisch übernehmen, den Alltag schon enorm.
Mit der aktuellen Entwicklung im Bereich Smart Home ist dieses Szenario tatsächlich gar nicht mehr so unwahrscheinlich. In etwas bescheidenerem Maßstab existiert es sogar schon.

 

Was darf es sein?

 

Ein großer Trend unter den Smart-Home-Appliances sind intelligente Geräte, die bei der Zubereitung von Getränken assistieren. Mittlerweile bieten zahlreiche Hersteller herkömmlicher Kaffeemaschinen auch Geräte an, die sich die Vorlieben ihrer Besitzer merken und per App steuern lassen. So können sie individuell für sich oder ihre Gäste einstellen, wie fein der Mahlgrad das Kaffeepulver ausfällt, welche Kaffeespezialität die Maschine in die Tassen gegossen wird, in welchem Mengenverhältnis Milch und Kaffee zueinanderstehen sollen oder wie hoch sich der Milchschaum in der Tasse auftürmt. Auch wer statt Kaffee eher zu anderen Heißgetränken traditionell britischer Natur – sprich: Tee – tendiert, findet digitale Unterstützung. Moderne Wasserkocher bzw. Teebereiter kochen nicht nur zu einer bestimmten, voreingestellten Uhrzeit das Wasser auf, sondern sind nach voriger Befüllung auch in der Lage den Tee am Morgen oder zum Feierabend trinkfertig und mit perfekter Ziehzeit vorzubereiten. So sparen sich Morgenmuffel nach dem Aufstehen schon einmal einen Arbeitsschritt und brauchen nur noch einzuschenken.

Bis jetzt klingt es so, als ob die intelligenten Geräte vor allem bei Heißgetränken punkten. Das ergibt auch durchaus Sinn, denn gerade bei Geräten, bei denen Wärme im Spiel ist, können die „schlauen“ Geräte einen wertvollen Beitrag abseits der Zubereitung leisten: nämlich die Sicherheit erhöhen. Wer sich morgens nach dem Schließen der Tür schon fragt, ob er den Herd ausgemacht hat, kann sich mit ihnen nämlich entspannt zurücklehnen. Die Systeme überwachen rund um die Uhr, wie heiß ein Gerät wird, ob der Wasserkocher zum Beispiel trocken läuft und Ähnliches. In einem solchen Fall schaltet sie einfach den Strom ab und die Gefahr eines Wohnungsbrandes oder eines schlichten Küchenunfalls ist gebannt. Gerade bei älteren Menschen, die allein wohnen und vielleicht schon etwas schusselig werden, ein wichtiger Punkt!

Tatsächlich sind aber auch kalte Erfrischungen nicht von dem Smart-Home-Trend ausgenommen: So stellte ein Hersteller von Wassersprudlern kürzlich ein Modell vor, bei dem die Nutzer per App entscheiden konnten, welches Getränk das Gerät mittels verschiedener Kapseln zubereiten soll und wie viel Kohlensäure es beispielsweise enthält. In dieser Demo-Version war es sogar möglich Cocktails zuzubereiten. Es bleibt spannend zu sehen, ob aus diesem Konzept ein echtes, erhältliches Produkt entsteht.

 

Star Trek, wir kommen!

 

Leider ist der Food-Replicator noch nicht erfunden, aber immerhin können Fans computergestützter Essenszubereitung künftig schon einmal auf ein paar Helfer zurückgreifen: Da wäre das Sous-Vide-Thermometer, das die Temperatur des Fleisches live aus dem Ofen aufs Handy überträgt oder die Küchenwage, die Rezepte aus dem Internet abruft und dabei hilft Zutaten zu ersetzen – zum Beispiel Ei zur veganen Variante aus Chia-Samen. Außerdem gibt es noch Cocktailmixer, Bierbrau-Automaten und viele andere Kombinationen aus normalen Küchengeräten und Apps, die die Grenze zwischen Sinn und Unsinn haarscharf beschreiten. Trotz aller Freude an den technischen Möglichkeiten reicht es nämlich manchmal aus, einfach aufzustehen, ein paar Meter zu gehen und den Knopf an der Kaffeemaschine manuell zu drücken.


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