30. März 2017

Tröpfchenbewässerung: Hocheffiziente Bewässerung, nicht nur für aride Regionen

Kategorie: Innovation

In feuchten Regionen wie wir sie in Deutschland vorfinden, mag man es kaum für möglich halten, aber es gibt Gebiete, wo Wasser ein wertvolles Gut und echte Mangelware ist. Entsprechend sind ressourcensparende Verfahren zur Bewässerung von Äckern und Grünflächen überaus sinnvoll. Dabei muss der Blick gar nicht auf andere Kontinente gerichtet werden, denn dieses Problematik finden wir im Hochsommer auch in einigen Regionen im Mittelmeerraum. Die Thematik der Bewässerung hatten wir schon früher, und zwar in einem Blogartikel zum Projekt Ring Garden, aufgegriffen, aber damals handelte es sich um einen Teilaspekt des Artikels, dieses Mal hingegen liegt der Fokus auf dem Aspekt der Mikrobewässerung, im Speziellen in der Methode der Tröpfchenbewässerung. Unter dem Begriff Mikrobewässerung finden sich entsprechende Konzepte, wo zielgerichtet bewässert wird, so dass im Vergleich zur Verwendung von Sprinklern deutlich geringere Wassermengen ausreichen, um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen.

 

Effiziente Bewässerung, die überzeugt

Bei der sparsamsten Variante, der sogenannten Tröpfchenbewässerung, wird mittels über- oder unterirdisch verlegter Rohr- oder Schlauchleitungen Wasser zu sogenannten Tropfern transportiert, die sich direkt im Wurzelbereich der zu bewässernden Pflanzen befinden. Diese Tropfer geben nun kontinuierlich Wasser in den Wurzelraum der Pflanze ab, und zwar exakt in den Mengen, die dem Bedarf der jeweiligen Pflanzen entsprechen. Da die Wassermengen zur Befeuchtung exakt abgestimmt sind, wird kein Wasser durch versickern oder verdunsten verschwendet. Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass die Auswaschung von Bodenmineralien und Bodennährstoffen durch die geringe Wassermenge minimiert wird und dass durch die zielgerichtete Dosierung auch die benötigte Menge an Pflanzenschutzmittel ebenfalls reduziert werden kann. Die Tröpfchenbewässerung gehört in Sachen Bewässerungswirkungsgrad zu den effizientesten Methoden und weist zudem die geringsten schädlichen Nebenwirkungen auf. Diese Art der Bewässerung wurde in Israel nochmals perfektioniert und ist nachvollziehbarer Weise gerade in trockenen und von Dürreperioden geplagten Regionen mit größtem Interesse begegnet worden.

 

Die Hürde

Warum wird die Tröpfchenbewässerung also nicht in allen wasserarmen Regionen eingesetzt? Dies liegt daran, dass die Anforderungen an diese Methodik der Bewässerung eine beachtliche Hürde darstellen. Zunächst einmal muss das verwendete Wasser eine sehr hohe Reinheit aufweisen, um Verstopfungen der Tropföffnungen möglichst zu vermeiden. Dies kann in den meisten Fällen nur durch die zusätzliche Nutzung von Filterreinigungssystemen gewährleistet werden. Auch wird bei der Tröpfchenbewässerung ein sehr geringer Wasserdruck verwendet, so dass die zu bewässernde Fläche möglichst eben, sprich horizontal sein muss. Last but not least kommen nochmal hohe Anlagekosten sowie der Bedarf an geschultem Personal für diese doch recht komplexe Art der Bewässerung hinzu, insbesondere wenn Obst- und Gemüsekulturen aufgrund von räumlichen Gegebenheiten in geringem Anstand zueinander gepflanzt werden.

Aufgrund der noch hohen Kosten wird die Nutzung der Tröpfchenbewässerung derzeit bei Weinstöcken, Olivenbäumen, Obstbäumen oder Hopfenpflanzen genutzt, also für Kulturen die entweder mehrjährig genutzt werden können, hohe Profite abwerfen oder im besten Fall beide Eigenschaften miteinander vereinen. Mit fortschreitender Technologie und damit verbunden günstigeren Kosten für den Unterhalt wird diese Art der Bewässerung zukünftig wohl deutlich öfter zum Einsatz kommen.

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