Virtual Reality, Augmented Reality und Mixed Reality in Bezug auf Industrie 4.0

Einst gehypt und als die kommende Sensation angepriesen, müssen sich Hersteller derzeit mit der Tatsache auseinandersetzen, dass der Verkauf von Hardware für Virtual Reality (VR) Augmented Reality (AR) und Mixed Reality (MR) im Consumer-Bereich stockt. Die Übersättigung mit günstigen Smartphone-VR-Brillen ist längst eingetreten und die leistungsstarken und daher hochpreisigen VR-Brillen bzw. –Sets von Herstellern wie Oculus, HTC, Sony und anderen richten sich eher an Hardcore-Gamer, zumal dafür zum Teil noch weitere hochpreisige Hardwarekomponenten benötigt werden. Nochmal eine Stufe teurer wird es, wenn es um Augmented Reality und Mixed Reality Technologien von Microsoft und Konsorten geht. Hier befindet man sich noch in der Anfangsphase und interessant ist diese Technologie derzeit eher für Entwickler. Die Technologie ist damit aber alles andere als tot, vielmehr verschiebt sich derzeit das Interesse mehr und mehr in Richtung Industrie und Wissenschaft. Entsprechende Tendenzen sind bereits auf der DEMEXCO wahrnehmbar.

Optimiertes Training und Wartung durch Augmented und Mixed Reality

Virtual Reality, Augmented Reality und Mixed Reality sollen im Bereich der Industrie, des Maschinenbaus, aber auch im medizinischen und wissenschaftlichen Bereich einen Mehrwert bieten, insbesondere was Instandhaltung, Betrieb und Training angeht. Die Schulung für hochkomplexe Geräte soll in Form von virtuellen Trainings, wo verschiedenste Anwendungsszenarien durchgespielt werden, deutlich effektiver sein. Durch die Visualisierung von Trainingsinhalten soll sich der Lernprozess deutlich verbessern und damit auch die Verständlichkeit der Nutzung. Fachpersonal ist somit deutlich schneller einsatzbereit und sicherer im Umgang mit den komplexen Geräten. Auch für die Wartung sind Anwendungen im AR und MR-Bereich eine echte Erleichterung. Im Optimalfall sollen künftig Wartungsarbeiten direkt von den eigenen Mitarbeitern vor Ort durchgeführt werden können, ohne dass sie spezielle Fachkenntnisse über die Maschinen besitzen müssten. Dem Wartungsmitarbeiter werden die richtigen Inhalte, Anweisungen zu den einzelnen Arbeitsschritten und die zu nutzenden Bedienelemente direkt auf die Maschine platziert angezeigt, so dass potentielle Fehler deutlich minimiert werden und zudem der Zeitaufwand für das Wälzen telefonbuchschwerer Bedienungsanleitungen entfällt. So sollen Kosten für Spezialisten, die erst anreisen müssten, entfallen und zudem die Dauer pausierter Maschinen deutlich minimiert werden.

Die Rückkehr der Google Glass?

Wenn es um den Bereich der Mixed Reality geht, muss gesagt werden, dass wir uns hier noch in der Anfangsphase befinden und von einer Massen- und Markttauglichkeit noch weit entfernt sind. Entsprechende Hardware wie Microsofts HoloLens oder MagicLeaps Magic Leap One sind als interessante Geräte für Entwickler zu betrachten. Neben diesen häufig genannten Marken sorgt vielmehr die eventuelle Rückkehr der Google Glass für erstaunen. Googles früherer Versuch, seine smarte Brille an private Nutzer zu bringen, kann als grandios gescheitert betrachtet werden. Nun scheint Google eine komplette Neuausrichtung vorzuschweben, und zwar auf Einsatzmöglichkeiten im Maschinenbau und in der Logistik. Google hat seine Glass vor kurzen erneut präsentiert und will nun mit neuen Features wie Sprachsteuerung, Bilderkennungssoftware und der Möglichkeit, sich mit Kollegen vernetzen zu können, punkten. Mit der Google Glass sollen Nutzer, so die Vorstellung, für Fertigungs- und Verwaltungsprozesse praktische Apps direkt per Sprachsteuerung aktivieren können, um bspw. Trainingsvideos, Tutorials, Checklisten etc. abzurufen oder sich mit Arbeitskollegen per Videokonferenz direkt vor Ort abzusprechen. Sollte den Plan aufgehen, würde sich das Motto: „Totgesagte leben länger“ mal wieder bewahrheiten.

AR- und MR-Hardware hat insbesondere für den industriellen, medizinischen und wissenschaftlichen Sektor ein Riesenpotential, aber für die Etablierung wird die Technik noch deutlich voranschreiten müssen. So muss die Darstellung von Inhalten noch detaillierter und flüssiger vonstatten gehen sowie die Akkulaufzeit noch größer werden. Last but not least wird es aber auch darauf ankommen, dass dafür vorgesehene Inhalte auch in entsprechenden Mengen vorhanden sind.


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