VR-Brillen – Einsatzmöglichkeiten der Zukunft

VR-Brillen in 2012: Die Initialzündung

Virtual-Reality-Brillen (kurz: VR-Brillen) liegen voll im Trend: Als 2012 mit der Oculus Rift VR ein Projekt ins Leben gerufen wurde, bei dem es darum ging, eine VR-Brille zu entwickeln, die auch für den Einsatz bei Computerspielen geeignet ist, mussten die finanziellen Mittel für Entwicklung und Forschung noch über eine Crowd-Funding-Kampagne generiert werden. Der Start einer echten Erfolgsgeschichte: Die Oculus-Rift-Kampagne zählt bis heute zu den 50 am stärksten finanzierten Projekten auf Kickstarter.com. Im Frühling 2014 wurde die Firma Oculus von Facebook gekauft und mit einem entsprechenden finanziellen Boost beschleunigte sich die technische Entwicklung der Oculus Rift VR um ein Vielfaches. Mittlerweile mischen auch andere milliardenschwere Unternehmen wie Sony, HTC und Samsung (in Kooperation mit Oculus) im Segment der VR-Brillen mit.

 

2016: Jetzt beginnt das Zeitalter der VR-Brillen

Mittlerweile haben die VR-Brillen das Stadium der Marktreife erreicht. Ob Oculus Rift, Sony’s PlayStation VR, HTC Vive oder Samsung Gear VR: Sie alle werden dieses Jahr an den Endverbraucher ausgeliefert.

Dabei können VR-Brillen grob in zwei Produktkategorien unterteilt werden: VR-Brillen ohne eigenes Display und VR-Brillen mit eigenem Display.

 

VR-Brillen ohne eigenes Display

Diese Variante der VR-Brille besitzt kein eigenes Display, sondern funktioniert erst im Zusammenspiel mit einem Smartphone. Je nach Fabrikat wird ein spezielles Smartphone-Modell eines bestimmten Anbieters benötigt. Im Falle der Samsung Gear VR wird ein Samsung Smartphone der neueren Generationen (S6, S6 Edge Plus, S7, S7 Edge Plus) sowie die Installation der Oculus Rift Applikation benötigt. Die Samsung Gear VR bietet ein Sichtfeld von 96° und schafft unabhängig vom genutztem Smartphone eine Bildwiederholfrequenz von 60 Hz. Auch die Display-Auflösung von 1280×1440 Pixel pro Auge ist beachtlich. Bei einem Anschaffungspreis von 99 € müssen aber einige technische Abstriche gemacht werden: So hat die Samsung Gear VR an den Rändern mit Unschärfen, Kantenflimmern und Nachzieheffekten zu kämpfen.

 

VR-Brillen mit eigenem Display

Für den Einsatz mit Konsolen (Playstation 4, Xbox ONE) oder dem PC werden derzeit VR-Brillen mit eignem Display bevorzugt. Diese verfügen über ein eingebautes Display mit zwei Linsen, bei denen über eine integrierte Software die Bilder für das linke und das rechte Auge des Betrachters geteilt und gekrümmt werden – auf diese Weise wird eine dreidimensionale Sicht ermöglicht. Dieser Variante sind die VR-Brillen Oculus Rift VR, HTC Vive und Sony Playstation VR zuzuordnen.

Die VR-Brillen Oculus Rift (Auslieferung im Juni) und das HTC Vive (seit 8. April für Endkunden erhältlich) können dabei mit einer Displayauflösung von 1080×1200 Pixel pro Auge, einer Bildwiederholfrequenz von 90 Hz und einem Sichtfeld von 110° aufwarten, sind aber mit einem Anschaffungspreis von 699 € für die Oculus Rift und 899 € für die HTC Vive nicht gerade günstig. Die PlayStation VR von Sony wird im Oktober 2016 mit einem Verkaufspreis von ca. 400 € verfügbar sein, und eine Displayauflösung von 960×1080 Pixel pro Auge, eine Bildwiederholfrequenz von 120 Hz und ein Sichtfeld von 100° bieten.

 

Einsatzgebiete für Oculus Rift VR und Co.

Derzeit liegt der Fokus für das Einsatzgebiet von VR-Brillen (noch) überwiegend im Entertainment-Bereich, beispielsweise für die Nutzung bei Computer- und Videospielen sowie bei Filmen – nicht nur passives Konsumieren, sondern aktives „(mit-)Erleben“ aufgrund des einsetzenden Immersionseffektes. Doch über den Tellerrand zu blicken lohnt sich, denn der Ansatz, Unterhaltung nicht nur konsumier-, sondern erlebbar zu machen, lässt sich auch auf andere Anwendungsgebiete übertragen. Dies beweist zurzeit eindrucksvoll das Sonepar InnovationLab. In einem – mit modernster Technik ausgestatteten – Truck stellt der Elektrogroßhändler Sonepar potentiellen Partnern aus den Segmenten Handwerk und produzierendes Gewerbe vor, wie die Zukunft der Produktvorstellung aussieht.

 

Präsentationen emotional erleben mit VR-Brillen

VR-Brillen können dafür eingesetzt werden, um die Wirkung von Präsentationen und Produktvorstellungen zu steigern. Getreu dem Motto: „Weitersehen“ werden VR-Brillen wie die Oculus Rift VR oder die Samsung Gear VR im Sonepar Innovation Lab genutzt, um Produkte und Dienstleistungen ansprechend zu präsentieren und Wissen und Innovation auf eine erlebbare Art und Weise zu vermitteln. Es ist ein Unterschied, ob man Sonepar’s immense Stärke im Bereich Logistik anhand von Schlagworten wie »500.000 Markenprodukte«, »großes Sortiment auf Lager« und »Lieferung von bestellten Artikeln innerhalb von 24 Stunden« kommuniziert, oder ob man es dem interessierten Publikum ermöglicht, die Größe des Firmenlagers durch den Einsatz der VR-Brillen selbst zu erfassen und auf sich wirken zu lassen: Auf diese Weise wird Abstraktes erleb- und erfassbar.

Auch für den Bereich Sales ist der Einsatz von VR-Brillen nicht zu unterschätzen. Wie viel einfacher ist es, einen Kunden von den Vorteilen eines Produktes zu überzeugen, wenn diese ansprechend und vor allem erlebbar vermittelt werden können.

 

Komplexes technisches Wissen vermitteln mit VR-Brillen

Die Einsatzmöglichkeiten für VR-Brillen sind vielfältig, das volle Potential bei weitem nicht ausgeschöpft. Ihre Stärken können VR-Brillen zum Beispiel bei der Darstellung von 3D-Explosionsgrafiken voll ausspielen. Den Aufbau, die Funktion und die Vorteile von technischen Produkten anschaulich zu vermitteln, ist eine herausfordernde Aufgabe, insbesondere wenn es um komplexe Technikprodukte geht. Wann immer es darum geht, ein defektes Produkt zu reparieren, sei es weil ein Endkunde das dafür benötige Ersatzteil bestellen möchte oder ein Reparaturservice aktiv werden muss, ist es wichtig, Aufbau und Funktionsweise eines Produkts anschaulich und nachvollziehbar darstellen zu können. Um aufzuzeigen wie aus dem Zusammenspiel der verschiedenen Einzelteile ein komplexes Ganzes entsteht und welche Wechselbeziehungen untereinander bestehen, werden Explosionsgrafiken beispielsweise bei technischen Zeichnungen im Maschinenbau, Bedienungs- und Montageanleitungen und Reparatur-Manuals eingesetzt.

Man darf gespannt sein, in welchen Bereichen VR-Brillen künftig noch zum Einsatz kommen werden, denn Innovation bedeutet, sich über bestehende Grenzen hinwegzusetzen.


Kommentare

Nutzerkommentare: Seite 1

01: Roman Lisperski

Witzig ☺ Dachte das VR-Brillen nur was für Gamer wären. So kann man sich irren.

02: Alexander Huber

Echt jetzt! Muss noch bis Oktober warten bis ich in 3D auf der PS4 zocken kann. Würg.

03: Daniel Linsemann

Hab auf der Gamescom vor ein paar Jahren mit War Thunder getestet. VR-Brillen rocken wie sau.

04: Simon Markgest

Hab bei meinem neuen S7 die Samsung VR für ’n Appel und ’n Ei bekommen. Is ganz witzig.