12. Januar 2017

XAAS: Die technologische Service-Offensive

Servicewüste Deutschland? Von wegen und wenn es mal so gewesen sein sollte, dann ist es mittlerweile nur eine unwichtige Fußnote längst vergangener Zeiten. Dienstleistung ist ein Milliardengeschäft und wird dementsprechend groß geschrieben. Dem wird im Konzept XaaS bzw. EaaS., eine Abkürzung, die für „Anything as a Service“ bzw. „Everything as a Service“ steht, Rechnung getragen und beschreibt den Ansatz, nahezu alles als Service zur Verfügung stellen zu können. XaaS fungiert dabei als Obergriff für diese Art von Dienstleistungen und darunter sind unter anderem bereits etablierte Geschäftsmodelle wie SaaS (Software as a Service), PaaS (Platform as a Service) und IaaS (Infrastructure as a Service) subsumiert. Oftmals sind es altbekannte funktionale Ansätze, die als Dienstleistung im neuen Licht erstrahlen.

Etablierte Serviceleistungen

Bei SaaS beispielsweise wird Software nicht über Lizenzen verkauft, sondern deren Nutzung mittels Cloud Computing quasi als Service zur Verfügung gestellt, d.h. bezahlt wird pro Nutzung oder über eine Monatspauschale, bspw. wie bei Microsoft Office 365 oder Adobe Produkten. Bei PaaS werden Plattformen, bspw. als Entwicklungsumgebung für die App-Entwicklung, zur Verfügung gestellt. Die Dienstleistung besteht hier also darin, eine nutzbare Umgebung gegen Bezahlung anzubieten, vergleichbar mit einem Makler der einem Unternehmen passende Büroräume zur Verfügung stellen würde. Hinter dem Kürzel IaaS wiederum verbirgt sich ein Geschäftsmodell, welches darauf basiert, Unternehmen kurzfristig zusätzliche Serverleistung anzubieten, wenn diese ein Bedarf haben, also on Demand, wenn Belastungsspitzen abgefangen werden müssen oder wenn man Anwendungen hat, die so selten ausgeführt werden, dass man dafür als Unternehmen keine extra Infrastruktur auf den eigenen Servern bereitstellen möchte.

Ist das auch XaaS?

Neben den drei oben genannten etablierten Konzepten, welche eindeutig dem XaaS-Konzept zugeordnet werden, finden sich auch weitere Dienstleistungen, wo eine Zugehörigkeit allerdings kritisch diskutiert wird. Anbei seien hier mit DICaaS und HPCaaS zwei solcher Konzepte als Beispiel aufgeführt. Um die Speicherung und Verarbeitung großer Datenmengen in einer Cloud-Umgebung geht es bei Data Intensive Computing as a Service (DICaaS). Dabei geht es um Datenmengen im Petabyte-Bereich, so dass diese Dienstleistung in erster Linie interessant für den Bereich Wissenschaft und Forschung ist. Ähnlich verhält es sich bei High Performance Computing as a Service (HPCaaS) bei der extrem rechenaufwändige und leistungsintensive Prozesse als Dienstleistung komplett übernommen werden oder aber zusätzliche Rechenpower für Grid-Computing zur Verfügung gestellt wird.

In einer zunehmend digitalisierten Welt, die technologisch immer komplexer wird, bieten sich auch dem Dienstleistungssektor neue Betätigungsfelder und nicht wenige Unternehmen nehmen diese Dienstleistungen bereitwillig in Anspruch.

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