24. Oktober 2016

Energie aus Abfall: Ansätze für fortschrittliche Müllentsorgung

Kategorie: Innovation

Unser Energiebedarf steigt stetig. Wovon wir hingegen mehr als genug haben, ist Müll. Davon produzieren wir mehr als uns lieb sein dürfte, dies sowohl bei den Industrienationen als auch bei den Entwicklungsländern. Zwar ist es keinesfalls die Lösung für unser Müllproblem, zumindest aber ein Ansatz, um daraus zumindest einen Nutzen ziehen zu können: Die Rede ist von Konzept Waste to Energy bzw. „Energiegewinnung aus Abfall“. Es geht dabei um Energierückgewinnung in Form von Elektrizität oder Wärme-Produktion beim Entsorgen von Müll bzw. als neuerer Ansatz bzw. das „Umwandeln“ von Abfallprodukten in energetisch Verwertbares.

Klassiker Müllverbrennung

Eine bereits altbewährte und derzeit (noch) am häufigsten eingesetzte Variante ist die Müllverbrennung, bei der direkt beim Vorgang der Müllverbrennung eine Energierückgewinnung vonstatten geht. Erste Verbrennungsanlagen entstanden dabei bereits Ende des 19. Jahrhunderts, aber technisch haben sie sich in den letzten 100 Jahren natürlich deutlich weiterentwickelt. Moderne Verbrennungsanlagen reduzieren das Ausgangsvolumen des Mülls um bis zu 95 % und die im Zuge dieses Prozesses entstehende Energie kann zum Teil als Strom genutzt werden. Je nach Verbrennungsgrad liegt dabei die Energieeffizienz derzeit in der Spanne von 14 bis 28 %.

Zwecks Effizienzsteigerung wird auf das Konzept der Kraft-Wärme-Kopplung gesetzt, so dass die beim Verbrennen entstehende Wärme auch zum Heizen des Umlandes genutzt wird – neben Strom wird so auch Heizenergie erzeugt und die Energieeffizienz auf bis zu 80% erhöht. Bei allen Vorteilen ist diese Methode nicht frei von Kritik, denn zum einen entstehen dabei schädliche Emissionen (wenn auch bei modernen Anlagen erheblich weniger als bei alten) und zum anderen wird kritisiert, dass Material für Recycling vernichtet wird.

Nicht Verbrennung, sondern Umwandlung

Ein neuer, moderner Ansatz ist die Herstellung von Sekundärbrennstoffen aus Abfällen. Ob dabei dann Methan, Methanol, Ethanol oder ein anderer verwertbarer synthetischer Stoff gewonnen wird, ist zweitrangig. Potentiell verspricht man sich hierbei nicht nur eine effizientere Form der Energierückgewinnung, sondern, da uns langsam aber sicher die fossilen Brennstoffe ausgehen, auch eine neue Quelle für alternative Brennstoffe. Innovative Ansätze sind diesbezüglich also mehr als gefragt.

Bio-Ethanol, genutzt als Kraftstoff für Autos, wird beispielsweise durch Vergärung oder durch Fermentierung von pflanzlichen Abfällen hergestellt. Das Gleiche gilt auch für die Herstellung von Biogas. Hier werden organische Abfälle mithilfe von Bakterien vergoren. Ein anderer Ansatz besteht darin, mithilfe von zersetzenden Enzymen direkt aus organischem Material Energie zu gewinnen, die Kartoffelbatterie lässt hierbei grüßen. Zig andere Ansätze, um aus Abfall Verwertbares für die Energiegewinnung zu erzeugen, werden derzeit erprobt.

Man darf gespannt sein, was für Ideen und Ansätze uns in den nächsten Jahren noch begegnen werden. Ein Bedarf ist allemal vorhanden.

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