Wer hätte gedacht, dass ein Minicomputer, welcher lediglich aus einer einzigen Platinen besteht, einen solchen Siegeszug antreten würde: Die Rede ist vom Raspberry Pi.

 

Ein pädagogischer Ansatz

Der Raspberry Pi wurde 2012 von der britischen Stiftung Raspberry Pi Foundation mit dem Zweck entwickelt und auf den Markt gebracht, eine breite und vor allem junge Öffentlichkeit dazu zu animieren, sich durch spielerisches Austesten und Herumbasteln Hardware- und Programmierfähigkeiten anzueignen (vom Prinzip her ähnlich wie bei einem Chemiebaukasten). Damit wollten die Initiatoren des Projekts dem Trend der sinkenden Anzahl an Informatikstudenten und den desolaten Wissensstand der Studienanfänger in diesem Fachbereich an der Universität Cambridge entgegenwirken. Als einen der Gründe für diese Fehlentwicklung betrachte die Stiftung die häufig teuren Anschaffungskosten für einen Computer, so dass Kindern und Jugendlichen von ihren Eltern, wenn überhaupt, dann häufig nur ein sehr eingeschränkter Zugang zum heimischen Rechner gewährt werden würde, was dem Aneignen entsprechender Kenntnisse entgegenwirken würde.

 

In der Einfachheit liegt die Würze

Um den Raspberry Pi für einen extrem erschwinglichen Preis anbieten zu können, wurde dabei komplett auf ein Gehäuse verzichtet. Der sehr günstige Preis und die aufgrund des nicht vorhandenen Gehäuses sehr übersichtliche Größe, die in ihren Abmessungen vergleichbar mit der einer Kreditkarte ist, dürften nicht ganz unwichtige Faktoren für den Erfolg gewesen sein. Der Rest ist Geschichte und der seitdem mehrfach preisgekrönte Raspberry Pi hat mit 12 Millionen verkauften Geräten bis Anfang 2017 einen Siegeszug hingelegt, der seinesgleichen sucht. Aufgrund seiner Eigenschaften hat sich der Raspberry Pi schnell als Steuereinheit für Robotik, Media Center, Server und sonstige Basteleinheiten etabliert und ist zu einem festen Bestandteil einer enthusiastischen Bastlercommunity geworden, die den Raspberry Pi in zahlreichen Do-it Yourself Projekten zum Einsatz gebracht hat.

Mit zahlreichen Nachfolgemodellen, die immer mehr Funktionalitäten beinhalten, bspw. integriertes Wlan und Bluetooth wie beim Raspberry Pi Zero W, wird der Raspberry Pi noch für lange Zeit zahlreiche Tüftlerherzen höher schlagen lassen. Auch ein Einsatz als Nebendarsteller in der hochgelobten Hackerserie Mr. Robot hat der Raspberry Pi schon aufzuweisen. Eine respektable Karriere für einen etwas 5-Jährigen, oder etwas nicht?


Kommentare

Nutzerkommentare:

Keine Kommentare vorhanden.

Ihr Kommentar:

Bitte geben Sie Namen und E-Mail-Adresse an. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.