In diesem Artikel geht es nicht um Sherlock Holmes treuen Weggefährten, sondern um das von IBM entwickelte und nach einem der ersten Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens benannte kognitive Computerprogramm Watson.

 

Was zeichnet Watson aus

Watson kann kognitive menschliche Prozesse wie z.B. Wahrnehmen, Muster erkennen, Schlussfolgern, aus Erfahrung Lernen, Probleme Lösen, Entscheidungen treffen und natürliche Sprache verarbeiten so umsetzen, dass sie auf ähnlichen Strukturen und Prozessen basieren, wie es bei einem Menschen der Fall wäre. Dies nur eben in einigen Punkten deutlich schneller und effizienter, als es einem Menschen möglich ist – im Grunde ist dies ein Teilbereich der künstlichen Intelligenz. Watson soll dabei enorme Datenberge in Rekordzeit verarbeiten, ordnen, auswerten und zusammenfassen können, was in Zeiten von Big Data und Web 3.0 immer wichtiger wird.

Mit einem Riesenaufwand, zahlreichen Kooperationen mit Größen aus Wissenschaft und Industrie sowie einem Budget von über 3 Milliarden US-Dollar arbeitet IBMs mit Watson stetig daran, die künstliche Intelligenz auf die nächste Evolutionsstufe zu heben. Watson soll nämlich nicht nur enorme Datenmengen verarbeiten, sondern durch die Zusammenarbeit mit menschlichen Experten und den Einspeisen von Fragestellungen und entsprechenden Antworten nach und nach semantische und strukturelle Muster erkennen und irgendwann eigenständig Lösungsansätze und Analysen zu Problemen und Sachverhalten anbieten können, die nicht im Vorwege definiert worden sind, d.h. Watson soll maschinelles Lernen anwenden. Watsons Softwareengine basiert auf IBMs DeepQA-Technologie, die dazu dient, Hypothesen aufzustellen, entsprechende Indizien für diese zu recherchieren und zu analysieren und abschließend diesen Hypothesen Wahrscheinlichkeiten zuzuweisen und Handlungsempfehlungen abzugeben. Watson läuft auf einem SUSE Linux Enterprise Server, dessen Rechenverbund aus 90 Power 750 Servern mit je 16 TB RAM besteht. Dabei weist jeder Server einen mit 3,5 GHz getakteten Power7 8-Kern Prozessor auf.

 

Einsatzgebiete

Die Einsatzgebiete für das Watson-Programm sind dabei vielfältig und die Möglichkeit, Milliarden von gesammelten Daten effektiv auswerten zu können, stößt dabei bei zahlreichen Unternehmen auf großes Interesse. IBM bietet Watson bereits als Xaas-Dienstleistung in Form einer „KI-Plattform“ über verschiedene APIs an und Ende 2016 haben bereits weit über 700 Unternehmen auf diesen Service zurückgegriffen. Beispielsweise hat schon das Krebsforschungszentrum in Heidelberg auf Watson zurückgegriffen und auch die japanische Versicherung Fukoku Mutual hat zu Testzwecken Watson die Arbeit von 30 Sachbearbeitern übertragen und das kognitive System dafür eingesetzt, die Daten und medizinische Vorgeschichte der Versicherten auszuwerten und Verletzungen bzw. Schadensfälle aufgrund dieser Daten zu bewerten. Zudem gibt es Plänen vom Daimler oder von Airbus Watson zu nutzen, um den Einsatz neuer Konstruktionen oder Materialien zu simulieren.

Die Konkurrenz schläft nicht und auch andere Unternehmen wie Apple oder Amazon arbeiten mit Hochdruck in den Bereichen Deep Learning und maschinelles Lernen, so dass gesagt werden kann, dass die künstliche Intelligenz vielleicht früher als gedacht kommen wird.


Kommentare

Nutzerkommentare: Seite 1

01: Dietrich Althöfer

Liebe Ex-Kollegen,
ich mag Eure Beitr#ge, hier netter Artikel, wenngleich nicht ganz aktuell was Fukoku Mutual angeht.
„weißt“ bitte in „weist“ ändern.

02: Tangün Ichisar Redakteur

Vielen Dank für den Hinweis. Passen wir gleich an.

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